Danke für deine offenen Zeilen ... über dich selber!!!
Auch du gehörst zu den Personen, die "es" offensichtlich geschafft haben ... TROCKEN zu werden ... TROCKEN zu bleiben ... und dabei auch sich SELBER gefunden zu haben ...
Auch du spielst für mich diesbezüglich in einer anderen Liga ... da ICH erst am ANFANG stehe: ... Den eigenen Alkoholismus erkennen ... und anerkennen ... Den eigenen Willen entwickeln ... um positiv zu ändern ... Die ersten Schritte gehen ... Richtung Alk-Therapie ... um dann am Ball zu bleiben ...
Ihr Abstinenz-Profis macht mir Mut und Hoffnung ... es selber packen zu können ... und ich habe eine große Achtung vor euch!!! ... vor eurer Offenheit ... vor eurer Kraft und Stärke ... vor eure Konsequenz und Disziplin ... vor eurer Leistung, euch selber gefunden zu haben ... vor eurer Achtung, zu sich selber zu stehen ...
Gründe und Rechtfertigungen gesucht warum ich getrunken habe? sollte ich das vielleicht mal ?
Zitat Daß Sucht ihre eigene Logik hat, die sich eher im Gefühlsleben abspielt..
mein Therapeut meinte: meine Gefühle seien die Gründe meines Trinkens gewesen. Ich kann ihm rechtgeben indem ich jetzt sagen kann: Ich wollte meine schmerzlichen Gefühle gar nicht spüren, denn im Suff waren sie besser auszuhalten oder zu verdrängen
ich denke ich brauche Kopf und Bauch und versuche die beiden zusammenzubringen. Manchmal ist der Kopf sehr vorrangig, was auch OK ist...doch den Bauch sollte man eben dabei nicht vergessen, sonst wird es eben wirklich nur eine Kopfsache.
Zitat Ich versuch immer noch, meine Existenz auf diesem Planeten zu rechtfertigen
wer versucht das nicht? ob Kopf- oder Bauchmensch...alle sind wir in dieser Welt um zu überleben und dazu braucht es auch so eine Art Rechtfertigung unseren Mitmenschen und uns selbst gegenüber.
ich habe heute morgen mir diese Gründe auch gesucht... warum ich getrunken habe und bin bis jetzt zu dem Ergebniss gekommen, dass diese Zeit ein Teil meiner Persönlichkeit ist...ob vererbt, gelernt oder selbsterlernt. Ich wollte mir diese Trinkerpersönlichkeit mal etwas genauer anschauen ....und habe bemerkt dass das zwar ein Teil meiner Persönlichkeit ist, aber nicht mein ich ist Ich identifiziere mich nicht mehr mit dieser Persönlichkeit...obwohl sie ein Teil von mir ist....verstehst du?
Und da brauche ich mich dann auch nicht mehr Rechtfertigen müssen
Die meisten User in diesem Thread sind offensichtlich schon seit LÄNGERER Zeit TROCKEN ... Monate ... Jahre ... Jahrzehnte ...
Mein Empfinden beim Lesen dieser Beiträge: Eure Abstinenz ... es scheint nicht nur eine Sache des VERSTANDES zu sein... sondern auch eine Sache des HERZENS!!!
- Sind denn da wirklich keine gelegentlichen Saufimpulse mehr in euch??? - Gibt es denn da wirklich keine Phasen mehr, in denen die Sucht versucht ... auszuhölen und zu untergraben??? - Hat die Sucht denn wirklich aufgehört nach Alkohol zu schreien ... laut und verzweifelt???
Ich als Bluehorn kämpfe ... an jedem Tage ... in jeder Nacht ... um nicht wieder dem Suff zu erliegen ... und oft genug veliere ich ...
mein Suchtteufel "Gollum" versuchte anfangs meiner ersten zeit sehr stark mich zu überzeugen, dass ich ihn brauche...hinterlistig, schmeichelnd und manchmal sehr brutal versuchte er auf sich aufmerksam zu machen, indem ich starken SAUFDRUCK hatte.
Mir hatt geholfen mich abzulenken, hier dann darüber zu schreiben und ich mache auch eine ambulante Therapie. Alleine habe ich es nicht geschafft...zwar immer wieder versucht, doch lange ging das nicht gut...das höchste war mal 3 Wochen
Du musst dir Hilfe suchen, eine Gruppe und gehe doch in die Suchtberatungsstelle..die helfen dir dabei. Und schreib hier schreiben hilft!!!
manchmal bin ich etwas unernst drauf, da solltest Du vielleicht nicht jedes von mir Wort auf die Goldwaage legen. Obwohl, aus meiner Sicht, für mich, paßt das, wie ich das geschrieben hab..aber Du musst es nicht genauso sehn. Jeder Mensch hat seine eigene Wirklichkeit.
Laß einfach liegen, was Du nicht brauchen kannst.
Ach ja, Suchtdruck hab ich schon länger keinen mehr. Ich weiß aber nicht, wie lang das bei Dir gehen wird, ist unterschiedlich. Halts einfach aus und kämpf nicht zu sehr, sonst bist Du bald ein müder Kämpfer.
@Lisl, ich versteh Dich sogar gut. Ich hab mehrere Teilpersönlichkeiten, es ist ein permanenter Reigen, sie vermischen und sie trennen sich. Alles ist im Fluß, und ich bin immer ich.
Ääh..Ich hatte Gründe, solang ich getrunken hab. Ich hab einfach Gründe gebraucht.
wünsch Euch was
der minitiger
[f1][ Editiert von minitiger2 am: 19.06.2004 19:51 ][/f]
Ja genau, positiv denken ... bis zum totalen Zusammenbruch !!!!!!
Gerieten Klienten der Wald- und Wiesentherapeuten in eine existenzielle Krise, war niemand da, der sie auffing, denn mit schweren psychischen Zusammenbrüchen konnten die Schnellbleiche-Heiler letztlich nicht umgehen.
Frage mich jetzt: Wer oder was hat diese "Lücke" aus der NewEconomy-Zeit eigentlich aufgefüllt? Bin ja gar nicht mehr up-to-date.
Einer der guten Sprüche, die mir weiterhelfen, lautet: die Zeit/Jahre, die ich trocken bin, erlaubt mir lediglich länger drüber nachzudenken, ob ich vielleicht eher nicht doch weitermachen will mit meiner Abstinenz.
Mein Saufdruck explodiert immer noch, wenn es gelegentlich zu existenziellen Krisen im häuslichen Bereich kommt, d.h. wenn ich das Gefühl habe, es nicht mehr auszuhalten mit meiner `lieben Frau´. Wenn ich dann nicht mehr weiterweiß, dann erinnert sich mein armes Hirn an einen ehemaligen Problemlöser..
Aber in einem muss ich dir auf das schärfste zu wiedersprechen: Wir spielen hier alle in der gleichen Liga. Und das Spiel lautet: Auf Armlänge wegbleiben vom Stoff. Die entscheidende Instanz dauerhafter Abstinenz ist Ellenbogen und Fersenbein. Den Arm straff angewinkelt und den Körper um 180 Grad gedreht und die Gefahr ist überstanden. Und wenn sie weiter andauert, dann Verstand abschalten und Mund fest verschließen auf dieser Ebene muss man sich dem Problem nähern – alles andere ist mindfucking (Hirnfick wurde mir mal hier gerügt)
Die Kicker kriegen auch nichts geregelt, trotzdem allen einen schönen Abend
Zitat- Sind denn da wirklich keine gelegentlichen Saufimpulse mehr in euch??? - Gibt es denn da wirklich keine Phasen mehr, in denen die Sucht versucht ... auszuhölen und zu untergraben??? - Hat die Sucht denn wirklich aufgehört nach Alkohol zu schreien ... laut und verzweifelt???
Du magst recht haben mit deiner Feststellung, dass es nicht nur der Verstand ist, sondern auch das Herz.
Zu deiner Frage kann ich nur von mir berichten: Die ersten beiden Tage war mir speiübel, nachdem ich vor mehr als 20 Monaten das letzte Glas trank und mein Verstand mir gesagt hatte, dass es nie wieder ein Glas geben wird. Da hätte ich sowieso nichts trinken können.
Ich habe dann nicht einen Tag Suchtdruck gehabt, vielleicht bin ich da auch eine große Ausnahme? Es gab keine Gelegenheiten, wo ich mir gesagt habe, dass ich jetzt könnte, wenn ich wollte, weil ich es früher so gemacht habe. Auch macht es mich nicht neidisch, wenn andere trinken. Ich habe vom Tage X an den Alkohol nicht einen Tag vermisst.
hallo Nullpromillo, //“Mein Empfinden beim Lesen dieser Beiträge: Eure Abstinenz ... es scheint nicht nur eine Sache des VERSTANDES zu sein... sondern auch eine Sache des HERZENS!!!- Sind denn da wirklich keine gelegentlichen Saufimpulse mehr in euch??? - Gibt es denn da wirklich keine Phasen mehr, in denen die Sucht versucht ... auszuhölen und zu untergraben??? - Hat die Sucht denn wirklich aufgehört nach Alkohol zu schreien ... laut und verzweifelt??? Dein Beitrag freut mich doch sehr. Es war tatsächlich einen Sache des Herzens (Entscheidung leben oder sterben), mein Verstand war zu unbrauchbar, krankheitsbedingt ist das so. Nach meiner Kapitulation vor dem Alk, die ein Zusammenbruch der Persönlichkeit war, habe ich mich ja dann wieder aufgerappelt. Und ab da funktionierte der Verstand auch wieder. Der von dir exakt beschriebene Weg dauerte allerdings bei mir so gute 2 Jahre. Und ab da schrie tatsächlich nichts mehr nach Alk. In der ersten Zeit wurde ich frei wovon, vom Alk. Erst danach wurde ich frei wofür, zum realen Leben. ich grüße dich, Max
"Der Weg dauerte bei mir so gute zwei Jahre. Und ab da schrie tatsächlich nichts mehr nach Alk. In der ersten Zeit wurde ich frei ... WOVON? ... vom Alk! Erst danch wurde ich frei ... WOFÜR? ... zum realen Leben!"
Ich danke dir für deine Zeilen ... auch wenn mir meine Zukunft jetzt noch mehr Angst macht ...
muß ich den anderen doch recht geben. Es ist nicht nur vom Verstand gesteuert. Aber das braucht seine Zeit. Was jetzt blöd klingt, mir aber am meisten geholfen hat, war mein Rückfall. Ich war vorher 10 Jahre trocken aber vom Verstand und Angst regiert. Vor 2 1/2 Jahren hatte ich Silvester getrunken und seitdem sehe ich das total anders. Es hat mir gezeigt, daß mir Alkohol nichts mehr bringt. Und da wurde ich frei und zufrieden trocken. Seit dem habe ich auch so gut wie keinen Saufdruck mehr, den hatte ich früher öfters.
- "Alleine habe ich es nicht geschafft...zwar immer wieder versucht, doch lange ging das nicht gut...das höchste war mal 3 Wochen"
... wie wahr!!! ... DAS KENNE ICH ZU GENÜGE-UND-NOCH-MEHR!!!!!
- "Du musst dir Hilfe suchen, eine Gruppe und gehe doch in die Suchtberatungsstelle ... die helfen dir dabei."
Die Notwendigkeit einer professionellen Hilfe ist mir klar und deutlich bewusst. Bei der Suchtberatung war ich schon ... den zweiten Termin möchte ich erst Anfang Juli annehmen ... Auch das Projekt "Selbsthilfegruppen" werde ich erst dann angehen ... Bis dahin bin ich beruflich-und-co zu sehr eingespannt ...
- "Manchmal bin ich etwas unernst drauf, da solltest Du vielleicht nicht jedes von mir Wort auf die Goldwaage legen."
OK!
- "Halts einfach aus und kämpf nicht zu sehr, sonst bist Du bald ein müder Kämpfer."
Eine Überlegung, die ich von der Depression her kenne. Jetzt bin ich überrascht. Bisher war meine Ansicht: Depression ... Kämpfe dagegen an ... und du verlierst! Alkoholismus ... Kämpfe dagegen an ... und du gewinnst!
Aber ich habe mich erst seit kurzer Zeit mich offen meiner Alkoholkrankheit gestellt ... und weiß noch nicht damit umzugehen ...
- "Ääh..Ich hatte Gründe, solange ich getrunken hab. Ich hab einfach Gründe gebraucht."