Ich lese und poste nun ein Weilchen in dem Forum hier, und des öfteren lese ich von Leuten, die ohne Selbsthilfegruppe trocken wurden und bleiben möchten. Wenn das dauerhaft (!) so bleibt, kann man die Leutz beglückwünschen. Die Erfahrung und die Statistiken zeigen nur eben, daß eine dauerhafte Abstinenz am ehesten mit Hilfe einer SHG erzielt wird. Seit knapp 3 Jahren bin ich ehrenamtlicher Leiter einer SHG in meiner Heimatstadt; wir nennen uns "Abstinent lebende Alkoholiker" und sind dem Diakonischen werk angeschlossen. Gläubig oder so braucht deswegen aber keiner zu sein - ich bins ja auch nicht. Einen Versuch ist eine SHG allemal wert, und wem die eine oder andere Gruppe nicht zusagt, der kanns ja in einer anderen versuchen. Wir haben seit anderthalb Jahren auch Frauen in unserer Gruppe; die fühlen sich ausnahmslos wohl bei uns.
Wer es also auf der Suche nach einer SHG in der Nähe ist: hier ist eine Übersicht von verschiedenen Gruppen in Deutschland. Wer (s)eine Gruppe hinzufügen möchte, kann das über den Kontakt auf der Site tun.
ZitatDie Erfahrung und die Statistiken zeigen nur eben, daß eine dauerhafte Abstinenz am ehesten mit Hilfe einer SHG erzielt wird.
Mann, Mann ... du hast es aber mit Erfahrung und Statistiken. Hast mal darüber nachgedacht, welche Alkis darin erfaßt sind? Garantiert keine, die Hausentzug machen und ohne SHG schon viele Jahre trocken sind. ;-)
Mann, Mann ... du hast es aber mit Erfahrung und Statistiken. Hast mal darüber nachgedacht, welche Alkis darin erfaßt sind? Garantiert keine, die Hausentzug machen und ohne SHG schon viele Jahre trocken sind. ;-)
Jou, stimmt. Dafür sind da nen Haufen, die Selbstentzug gemacht haben und ohne Hilfe von Gruppen wieder rückfällig geworden sind. Wie gesagt - ich gönne jedem, aber auch jedem, der es von sich aus und ohne Hilfe schafft, die Abstinenz von Herzen! Nur sind das eben leider die wenigsten. Wir haben in unserer Gruppe eine Art ungeschriebenes Gesetz: Keiner hat das Recht, sich über den anderen zu erheben, nur weil er länger trocken ist oder es ohne Hilfe geschafft hat. Denn letzten Endes sind wir alle suchtkrank, egal ob mit oder ohne Hilfe....;-)
Zitat....des öfteren lese ich von Leuten, die ohne Selbsthilfegruppe trocken wurden und bleiben möchten. Wenn das dauerhaft (!) so bleibt, kann man die Leutz beglückwünschen. Die Erfahrung und die Statistiken zeigen nur eben, daß eine dauerhafte Abstinenz am ehesten mit Hilfe einer SHG erzielt wird.
Du wirst von diesen „Leuten“ weiterhin lesen müssen, denn die tauchen nicht in deiner ehrenamtlich geleiteten Selbsthilfegruppe oder in anderen auf. Mich stört hier allerdings das Ausrufungszeichen in Klammern, was soll das bedeuten? Zweifelst du eine Dauerhaftigkeit der Abstinenz an, nur weil keine Selbsthilfegruppe besucht wird? Wie sollen denn diese „Leute“ überhaupt in den Statistiken auftauchen?
Und zum anderen: Was sagen denn die Statistiken zu Alkoholikern, die nach einer Therapie, dem Besuch von Selbsthilfegruppen etc. wieder rückfällig geworden sind?
Solche Verallgemeinerungen wie „Nur mit Selbsthilfegruppe wirst du am ehesten dauerhaft abstinent“ entsprechen nicht den Tatsachen. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß und es gibt auch andere Wege in die Abstinenz.
Du wirst von diesen „Leuten“ weiterhin lesen müssen, denn die tauchen nicht in deiner ehrenamtlich geleiteten Selbsthilfegruppe oder in anderen auf. Mich stört hier allerdings das Ausrufungszeichen in Klammern, was soll das bedeuten? Zweifelst du eine Dauerhaftigkeit der Abstinenz an, nur weil keine Selbsthilfegruppe besucht wird? Wie sollen denn diese „Leute“ überhaupt in den Statistiken auftauchen?
Und zum anderen: Was sagen denn die Statistiken zu Alkoholikern, die nach einer Therapie, dem Besuch von Selbsthilfegruppen etc. wieder rückfällig geworden sind?
Solche Verallgemeinerungen wie „Nur mit Selbsthilfegruppe wirst du am ehesten dauerhaft abstinent“ entsprechen nicht den Tatsachen. Es gibt nicht nur schwarz oder weiß und es gibt auch andere Wege in die Abstinenz.
Nein, ich zweifle nicht daran, daß dauerhafte Abstinenz auch ohne SHG möglich ist. Und mir ist auch klar, daß die Menschen (so besser?) nicht in den Statistiken auftauchen. Zum anderen ist es jedoch erwiesen, daß die meisten Abhängigen MIT Hilfe der SHGs dauerhaft abstinent bleiben. Daraus verallemeinern tu ich gar nichts. Ich kenn ja nicht alle, die in keiner SHG sind, nöch....
Mal kurz zu denen, die nach stationärer Therapie rückfällig wurden (werden): Wie ich schon auf meiner HP schreibe, liegt die "Erfolgsquote" bei der reinen Entgiftung (3 Wochen) bei etwa 5 - 10%. Nach einer Langzeittherapie sind es immerhin schon knapp die Hälfte, um die 40%. Das hab ich mir nicht so ausgedacht, das sagte mir der Chefarzt der Suchtfachklinik, in der ich damals war.
Sicherlich gibt es auch "andere Wege in die Abstinenz", wie Du es sagst. Entgiftung daheim ist so ne Möglichkeit, sollte aber in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt gemacht werden. Wenn jemand echt abhängigkeitskrank ist und sich selbst entgiftet, besteht ein hohes Risiko, an den Entzugserscheinungen hopps zu gehen. (ich hatte das mal versuchsweise gemacht, als ich trank. Hatte dann dermaßen Herzrasen und Zittern, daß mir angst wurde und ich mir schnell wieder ein paar Bier geholt hatte)
das Problem was mich an deiner Denkweise mit Statistiken und die meisten werden laut Aussageoder bleiben laut Aussage trocken.... in einer Selbsthilfegruppe.
Das erweckt den Eindruck als könnte die Selbsthilfegruppe als Instanz nun das unvermeidliche Abwenden.
Ich persönlich war bei der Trinkerei auch nie in einer solchen.... aus dem ganz einfachen Grund, ich hab es in meiner Geschichte auch angedeutet...
Ich war nicht so weit das ich mit jemand reden wollte und gleich gar nicht über mich....
...und dann hat das auch keinen Sinn in so eine Gruppe zu gehen.. wenn ich nix zu sagen habe und mich nicht mitteilen will...
Ich gehe in eine Selbsthilfegruppe wenn ich Hilfe brauche oder allein nicht weiterkomme und das ganz allein kann ich herausfinden, wenn ich lerne auf mich zu hören und mir selbst zuzuhören.
Und wenn mir es das wichtigste ist abstinent zu leben und ich habe Probleme dabei mit denen ich allein nicht zurecht komme dann suche ich mir eine Selbsthilfegruppe...
...das habe ich dann später auch gemacht, es muss ja keine Alkoholiker Selbsthilfegruppe sein.
Meine Probleme können ja auch noch wo ganz anders liegen, bei der dauerhaften zufriedenen Abstinenz...
Das erweckt den Eindruck als könnte die Selbsthilfegruppe als Instanz nun das unvermeidliche Abwenden.
Nee, das kann keine SHG der Welt. Ich wollte keine falschen Eindrücke erwecken. Letzten Endes kann und soll jeder das tun, was für ihn richtig und gut ist. Und wenn Du Dich anderen gegenüber schlecht oder nicht öffnen magst, fühlst Du Dich in einer SHG sicher nicht wohl. Nebenbei.....in unserer Gruppe (2x die Woche Sprechstunde, alle 14 Tage Gruppenabend) geht es meist um ganz alltägliche und oft banale Dinge und weniger um die Suchtkrankheit an sich. Das wird in den Gruppenabenden besprochen, und auch da sagt lange nicht jeder was zum Thema.Jedem Tierchen sein Pläsierchen, nöch... Hauptsache es nützt!
ZitatGepostet von fiftyniner Einen Versuch ist eine SHG allemal wert, und wem die eine oder andere Gruppe nicht zusagt, der kanns ja in einer anderen versuchen.
Hallo Ralf
wichtig der Satz, sehr wichtig - finde ich. Der Satz überhaupt.
aber auch nach mehrmaliger Wiederholung wird die Sache nicht richtiger:
ZitatUnd mir ist auch klar, daß die Menschen (so besser?) nicht in den Statistiken auftauchen. Zum anderen ist es jedoch erwiesen, daß die meisten Abhängigen MIT Hilfe der SHGs dauerhaft abstinent bleiben. Daraus verallemeinern tu ich gar nichts. Ich kenn ja nicht alle, die in keiner SHG sind, nöch....
Wie soll denn etwas "erwiesen" sein, wenn der positive Krankheitsverlauf der Alkoholiker, die in keiner SHG sind, nirgends "auftaucht".
ZitatMal kurz zu denen, die nach stationärer Therapie rückfällig wurden (werden): Wie ich schon auf meiner HP schreibe, liegt die "Erfolgsquote" bei der reinen Entgiftung (3 Wochen) bei etwa 5 - 10%. Nach einer Langzeittherapie sind es immerhin schon knapp die Hälfte, um die 40%. Das hab ich mir nicht so ausgedacht, das sagte mir der Chefarzt der Suchtfachklinik, in der ich damals war.
Du bist etwas zu Obrigkeitsgläubig Denn auch das wird weder durch deinen Chefarzt noch durch deine HP richtiger. Erstens nimmt die Beantwortung, der zu diesen Erhebungen üblichen Fragebogen ca. 2 bis 3 Jahre nach der Therapie schlagartig ab und fällt im Schnitt um mehr als 40% bei nahezu allen Suchteinrichtungen. (Also fehlt bereits hier der weitere Verlauf von 40 von 100 Patienten) Zweitens schreibst du das Alles in einem Kontext, der eindeutig suggeriert, dass Alkis "allein durch die LZT" abstinenter werden als a) Alkis, die ohne LZT abstinent geworden sind - und b)Alkis, die keine SHG besuchen.
ZitatDafür sind da nen Haufen, die Selbstentzug gemacht haben und ohne Hilfe von Gruppen wieder rückfällig geworden sind.
Wieviel soll ich dir nennen, die "mit Hilfe der Gruppen" wieder rückfällig geworden sind? Jedenfalls, weil wir so schön bei Statistiken und Erfassung sind, mehr "erfasste", als jene, die unter nix ein X machen.
ZitatKeiner hat das Recht, sich über den anderen zu erheben, nur weil er länger trocken ist oder es ohne Hilfe geschafft hat. Denn letzten Endes sind wir alle suchtkrank, egal ob mit oder ohne Hilfe....;-)
Wenn du das ehrlich meinst, dann solltest du bitte auch entsprechend weniger abschätzig über die Alkis schreiben, die ihren Weg alleine, selbstsicher, mutig, abstinent und ohne Gruppenkrücken gehen.
scheint irgendwo ein Zug der menschlichen Psyche, genannt Herdeninstinkt zu sein : in der Gruppe fühlen wir uns aufgehoben und unter unseresgleichen - der vermeintliche Einzelgänger wird argwöhnisch beäugt...
Randolf,
der Gruppenbesuche nur in homöopatischen Dosen geniesst.
ich sehe bei solchen Statistiken das Problem, daß viele gar nicht wirklich wissen ob sie Alkoholiker sind. Viele denken, sie wären kein Alkoholiker und sind es und einige denken sie wären Alkoholiker und sind es nicht. Woran soll man einen Alkoholiker genau fest machen?
Beim Alkoholiker ist der Alkohol ein Lebensmittelpunkt. So lange er trinkt sowieso und danach im Normalfall auch. Ich habe das Bedürfnis mich über ein so wichtiges Thema mit anderen Menschen die mich verstehen auszutauschen. Dazu gehe ich in eine SHG. Wer eine andere Möglichkeit hat die in zufrieden stellt soll diese natürlich nutzen.
Wer keinen Austausch mit anderen Menschen über ein so zentrales Thema hat, kann nach meiner Meinung keine zufriedene Abstinenz erreichen. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.
eine Hochachtung mal für jeden der Hilfe annehmen kann wenn er sie braucht und nicht vor falschen Stolz wieder zur Flasche greift. Also wer sich vorher für eine Selbsthilfegruppe entscheiden kann und der dann noch dazu weiss was er denn dort will und erwartet
Da find ich, ist jedenfalls mein Eindruck, da liegt ganz oft der "Hase im Pfeffer" , das halt viele eben von einer Selbsthilfegruppe Vorstellungen haben, denen sie nicht gerecht werden kann.
So nach dem Motto, ich geh dahin, weil alle hingehen und dann bleib ich trocken- die werden mir schon sagen was ich machen muss....
...und dann wird gesagt ich geh doch schon lange in eine Selbsthilfegruppe, ich mach doch alles und habe trotzdem Rückfall...
Wenn du das ehrlich meinst, dann solltest du bitte auch entsprechend weniger abschätzig über die Alkis schreiben, die ihren Weg alleine, selbstsicher, mutig, abstinent und ohne Gruppenkrücken gehen.
Das meinte ich nicht abschätzig. Ich gönne jedem seine Abstinenz, egal wie er sie erreicht! Denn letzendlich zählt allein der Effekt. Ich erzähle von meinen Erfahrungen, Ihr von Euren, okay?
Ach ja...die "Obrigkeitshörigkeit" hab ich mir schon zu DDR- Zeiten abgewöhnt... Aber einem Chefarzt mit jahrzehntelanger Erfahrung glaube ich schon, was er erzählt.....
In unserem wöchentlichen AA-Meeting hat sich ein Freund, der just in dieser Woche die 25 trockenen Jahre erreicht hat, sinngemäß so geäußert:
"Ich komme in die Gruppe, weil ich hier sofort eine Rückmeldung erhalte, wenn mein eigener Weg Gefahren für meine zufriedene Abstinenz aufweist, denn die Menschen hier spüren das sofort und lassen es mich wissen. Das können nur Menschen, die sich mit den gleichen Problemen auseinandersetzen."
Und jetzt brühe ich mir Kaffee auf und beiße in ein frisches Brötchen, das ich vor wenigen Minuten radelnderweise vom Bäcker geholt habe.
Vor einem Jahr hatte ich um diese Zeit Doppelkorn im Rucksack, und nichts war mit radeln... ... zwei Stunden später war der Tag im Eimer...