ich denke, die Zeit wird wirklich zeigen, ob wir zusammen ne neue Entwicklung hinbekommen oder ob wir "auseinanderdriften". ich merke im Moment, daß ich ihn nicht mehr so besonders gut mit im Blick habe, weil ich auch ausreichend mit mir selbst beschäftigt bin.
Grundsätzlich guckt er sich das Ganze, was ich so "treibe", ganz wohlgesonnen an, nur ab und an komm ich dann in Situationen, in denen ich denke "das kann jetzt aber eigentlich auch nicht wahr sein".
Gestern z.B. wühlte ich auf der Suche nach ner Paprika gedankenverloren im Kühlschrank rum, und sehe mich plötzlich in Augenhöhe mit nem sixpack, daß mein Gatte sich zur Einstimmung einer Prüfungsvorbereitung zu genehmigen gedachte. Ich wusste das, aber dieses Schietding in meinem Kühlschrank zu sehen war dann doch noch was anderes. Es wäre natürlich an mir gewesen, ihm mal vorher zu sagen, daß er gefälligst den Alk aus meinem Wirkungskreis lassen soll, aber ich hab einfach nicht die Nerven dazu, ihm verständllich zu machen, daß man Alkoholikern doch bitte kein Bier vor die Nase setzt.
Letztendlich denke ich auch, ich fands lang genug für mich in Ordnung, daß er seine Co- Rolle so prächtig ausfüllt und mir sogar, wenn er mal einkaufen ging, ganz freiwillig Bier mitbrachte, da kann ich ihm jetzt vielleicht auch Zeit lassen, sich auf Veränderungen einzustellen.
Er war nicht verantwortlich dafür, daß ich getrunken habe, und jetzt ist er auch nicht für meine Abstinenz verantwortlich, das ist momentan eigentlich so die einzige Maxime, an die ich mich halte.
Es ist auch nichts akut problematisches, ich habs geschrieben, weil wir eh gerade "beim Thema waren" und um es mir mal bewusst zu machen, denn ich hatte eine ganze Zeit lang ausgeblendet, daß sich auch in meiner Beziehung Dinge ändern werden, wenn ich mich ändere.
Und obwohl ich ja weiß, daß eigentlich alles nur besser werden kann, zumindest langfristig, machen mir Veränderungen manchmal auch Angst, weil ich gar nicht weiß, was mich da erwartet.
Ich bitte Denkfehler schonmal zu entschuldigen, hab mich noch nie grossartig mit meiner Beziehung auseinandergesetzt (die lief halt immer einfach, wir hatten auch so gut wie nie Probleme, ist ja auch schon wieder verdächtig, fürchte ich), darum hab ich genaugenommen überhaupt keine Ahnung von dem, worüber ich hier schreibe
Esther, das mit dem Arbeiten ist noch ein Thema für sich, aber das würde jetzt echt zu lang werden.
heute fragte mich in der Therapiegruppe der Therapeut, wie ich es denn schaffen könne nichts mehr zu trinken, wenn im Keller Haufen Wein von meinem Mann rumsteht.
Ich dachte, mit der LZT und mit meinem eisernen Willen. Kann ich mir da so sicher sein? Sollte mein Mann den Wein verstecken, wegschmeissen oder so? Ich glaub nicht das er das macht. Er trinkt nichts in meinem Beisein, ausser Bier, das darf er, weil ich Bier verabscheue.
Pauschal würde ich sagen...Wille kann Berge versetzen. Damit meine ich, es stört Dich nicht weiter wenn dort Weinvorräte lagern.
Andererseits gehörte ich auch dazu, die sagte, "...und wenn da 10 Flaschen Sekt stehen...stört mich nicht..." ! Ich wurde eines besseren belehrt nach 11 Jahren Trockenheit. Seitdem ist unser Haus ALK frei. Mein Mann trinkt eh so gut wie nichts und wenn er ein Bierchen mag..geht er halt mal mit den Kollegen aus.
Also Tweety...ich drücke Dir die Daumen, das Du nicht so wie ich, in Versuchung kommst.
LG UTA
Auch Wolkenkratzer haben mal als Keller angefangen.
bei mir zuhause ist - seit ich meine jetzige trockenheit begonnen habe und meine noch vorhandenen letzten biere ausgekippt hab - alkfreie zone.
zwar hab ich mundwasser, wo alkohol drin ist und ich hab auch meinen kefir hier im kühlschrank, aber das hat für mich nichts mit trinken oder meinem alkoholproblem zu tun. von daher ist das ok für mich. ich hab aber letztens, als ich auf dem sofa lag und fernsehen geguckt hab, im tischfach eine schachtel mon cherie entdeckt, die dort schon länger lag. die hab ich dann einfach weggeschmissen.
auch wenn ich nicht gleich was trinken würde - für mich ist alkohol bei mir zuhause nur ein unnötiger risikofaktor, den ich gar nicht erst haben will.
Ich halts mit dem Alk nach dem Motto "aus dem Weg , aus dem Sinn", bei mir zuhause ist alles weg, und das hat mir sogar mal sehr geholfen als ich mit so einem 10min Craving zu kämpfen hatte.
2 Liter Kristall Wasser und eine Tafel Schokolade haben das dann für mich gelöst.
Ich weiß aber auch das Cravings kommen können und bereite mich daher schon vorher mit klarem Kopf drauf vor, so eine Art Krisen Management wie mans in den Therapien beigebracht bekommt.
Moin tweety, ich bin eine anhängerin der alk freien daheim zone. Incl. der vielen, vielen alksorten die ich nie nicht mochte. Via fremd erfahrung aus meinen gruppen weiß ich, dasss sowohl alk daheim, als auch sonst nicht gemochter alk, im zweifel, sprich bei unverhofft auftretenden suchtdruck, eine nicht zu unterschätzende gefahr darstellen. Es ist eben doch ein unterschied, ob ich losgehe, aussuche, in den einkaufswagen lege, zur kasse gehe, bezahle und nach haus trage, oder ob ich alk sozusagen in griff nähe habe. Meine kinder hatten ab und an alk in ihren zimmern, jetzt wohnt noch einer hier und auch der lagert dort. Das interessiert mich nicht. Ich empfinde sein zimmer wie eine fremde wohnung. Darum muss ich da auch nicht mehr die aufräum mami geben....... Seit ein paar wochen darf er, auf nachfrage, auch mal in meinem kühlschrank kühlen. Für den jeweiligen abend. Selbst leergut wird nicht in unseren gemeinsamen räumen geparkt. Bislang funktioniert es. Einen weinkeller unter meinen füssen würde ich nicht haben wollen. Ich höre und lese recht häufig, dass frisch abstinente meinen, dass mit dem alk sei ja ihr "problem" und warum solle der partner darunter "leiden". Zum einen ist dieses "problem" eine krankheit und zum anderen, wieso leiden? Was ist daran leiden, wenn ich aus rücksicht auf meinen partner zuhause nix trinke? Wenn du zum beispiel diabetikerin wärest und sahnetorte no go wäre, würde der deine die dann genüßlich vor deiner nase futtern? Oder choesterien nicht angesagt für ihn, würdest du dann trotzdem weiterkochen wie gehabt und ihm sagen, iss deine kartoffeln solo, die sosse ist voll mit cholesterien? Oder stell dir vor, ihr wäret ein radfahr begeistertes paar. Am wochenende immmer zusammen auf dem bike. Nun machen seine knie nicht mehr mit, nix mehr fahrradfahren sagt der dottore. Würdest du dann immer alleine losdüsen? Oder würdest du mit ihm eine neue freizeit bewegungs idee entwickeln? Genug geschnattert, lieben gruss dir geschickt Esther
Mein Selbstbetrug endete in einer Sackgasse. Meine Selbstbestimmung zeigt mir viele neue Wege in eine bunte Welt.
ich habe gestern mit meinem Mann drüber gesprochen. Der meinte, wegschmeissen würde er den Wein nicht. Und Alkoholiker werden und alles wegtrinken, würde er auch nicht, wortwörtlich hat er das gesagt.
Was soll ich machen??? Und einen anderen Ort, um den Wein zu lagern, gibt es nicht. Vielleicht soll ich ihm meinen Kellerschlüssel geben, wäre ne Alternative.
OH das ist total blöd, dass ich mir hier den Kopf darüber zerbrechen muß, und nicht mein Mann nachdenkt, wie er mir helfen kann.
Gib den Schlüssel ab. So war'S bei uns auch! Da hat mein Mann schon lange ums Problem gewußt und es thematisiert, aber ich hatte nach wie vor den Kellerschlüssel und habe mich am teuren Wein vergriffen - und das nicht aus Genußgründen. Es stimmt schon, man tut es einfach, weil nahe ist. Ich habe selbst vor umgekippt (im Sinne von sauer gewordenem) Wein nicht zurückgeschreckt.
Ist zwar schon ein paradoxes Gefühl, aber es ist besser so!
Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...
Ja im Nachhinein erschreckt mich das auch! Aber ich hab ein einziges Mal mir auch unter Schmerzen Obstler reingewürgt, weil ich so entzügig war, dass ich mich nicht rausgetraut habe. Erst anschließend bin ich zum Aldi gezittert...
Mann mann mann, was bin ich froh, dass das Elend vorbei ist!
Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...
Ja das ist schlimm. Wenn ich so an meine aktive Nasse Zeit zurückdenke, möchte ich am liebsten vor Scham im Boden versinken. Gott, was hat man nicht alles gemacht um an das Zeug zu kommen !!
winkeeee
LG UTA
Auch Wolkenkratzer haben mal als Keller angefangen.
habe heute in der Gruppe gehört, wenn der Partner nicht co-abhängigsein soll, dann soll er mich mit meinem Problem "allein" lassen und nicht unterstützend eingreifen.
Ist aber nicht die Partnerschaft/Ehe ein Boden, wo man sich unterstützen sollte? Dass der Partner einem hilft? Oder habe ich da was verkehrt verstanden.
Und Neuigkeiten gibt es in Sachen Bewilligung noch nicht ich warte und bleibe hart, und trinke nicht. Im Moment fällt es mir leichter, denn es geht mir gut.
tweety007 Ich denke du hast da was falsch verstanden ,es bedeutet meiner Ansicht er soll dich schon unterstützen, nur soll er nicht vergessen an sein leben zu denken. Du sollst eben deinen weg gehen und er seinen ,aber die Partnerschaft,sollte nicht darunter leiden .
Liebe Grüße Friedhelm:Ich bin ein Mensch und nicht der Alkoholiker:gut: :grins2:und schreibfehler bei eby versteigern:sly: