was ist Co-Abhängigkeit eigentlich genau, und wie zeichnet sich dies aus bzw. wirkt sich auf den Menschen aus? Im übrigen großes Kompliment an Deinen Partner, echt klasse. Ich bewundere solche Menschen, auch die, die es zumindest probieren.
was ist Co-Abhängigkeit eigentlich genau, und wie zeichnet sich dies aus bzw. wirkt sich auf den Menschen aus?
Hallo wuschel, lies Dich mal bißchen schlau; das Thema ist sehr weit gefächert: http://www.alkoholratgeber.de/ Auf der Seite findest Du sehr viel Wissenswertes, auch weiterführende Links und Hinweise auf Literatur.
Hab mal noch den Link direkt zum Thema Co- Alkoholismus rausgesucht:
Was Co-Abhängigkeit ist läßt sich wahrlich nicht in ein paar Worten sagen. Es ist auch schwierig, diesen Begriff einzugrenzen, weil viele Co-Abhängige Verhaltensweisen eigentlich ganz normale Verhaltensweisen sind, die nur krankhaft überzogen auftauchen.
Ich hab mal gelesen, Co-Abhängigkeit ist eine Personengebundene Sucht. Obwohl Dir jemand nicht gut tut, kannst Du Dich nicht von der Person abgrenzen. Genau wie ein Alkoholiker sich nicht so einfach von seinem Sucht-Stoff lösen kann.
Am Besten erkennst Du Co-Abhängige Verhaltensweisen in den Geschichten von anderen Angehörigen. sich selbst gegenüber haben Co-Abhängige oft einen blinden Flecke in der Wahrnehmung. Bei anderen erkennen wir aber ganz genau, wo das Problem liegt.
Deswegen sind ja die SHG für Angehörige so hilfreich.
ZitatWir sind zu ihm gegangen, wenn er nicht mehr hoch kam, und haben ihn zu Notentgiftungen, teilweise wochenlang auf der Intensivstation, gebracht.
Ich weiß von einem Fall wo Mitarbeiter der Entgiftungsstation die Mitglieder der SHG die eine Patientin regelmäßig vorbei gebracht haben als coabhängig beschimpft haben. Meiner Meinung nach nicht ganz zu unrecht.
vielen Dank für die vielen Links und Erklärungen. Ich bin gestern mal auf so eine Seite gegangen und muß sagen, ich war ziemlich geschockt. Die Charakterzüge von einem Co-Abhängigen passen bei mir wie die Faust aufs Auge. Für mich heißt das jetzt wirklich konkret, etwas zu unternehmen.
Werde mir auch den Rat zu Herzen nehmen, etwas Abstand zu meiner Mama einzuhalten. Nicht, weil ich sie besoffen nicht will, sondern weil ICH auch dann zugrunde gehe.
Ich wünsche allen trockenen Alkis, auch denen, die ihr Problem erkannt habe und dagegen etwas unternehmen wollen, ein schönes Wochenende. Bei mir ist jetzt erst mal 2 Tage Familie angesagt.
ZitatGepostet von wuschel30 ... Einen rießen großen Respekt an Alle, die ihr Alk-Problem erkannt haben (hat sie ja eigentlich auch) und dagegen ankämpfen. Eure Familien etc. werden es Euch danken .....
Nein, tun sie nicht. Aber das tut nichts zur Sache. Ich hörte nicht auf, damit mir Denkmäler gesetzt werden. Ich hörte auch nicht auf, damit andere ein besseres Leben haben , sondern einzig und allein, damit ICH ein besseres Leben habe.
KLingt egoisitisch, ist aber überlebensnotwendig, weiss die Ingmarie.
natürlich soll jeder wegen sich selbst mit dem Alk aufhören. Tatsache ist jedoch, dass Alkoholiker Familien und ihr gesamtes Umfeld zerstören (freilich nicht absichtlich). Dieser Schaden ist meist irreparabel und setzt sich bei den Co-Abhängigen fort. Ich weiß wovon ich spreche und wäre dankbar, wenn beispielsweise meine Mutter wieder trocken wird. Dieses 1 Jahr Trockenheit war das schönste Jahr in meinem Leben.
Meine Mama hat - wie so viele auch - bis heute nicht geschnallt, dass es hier nicht nur um sie geht.
Angehörige werden automatisch mit reingezogen, ob sie wollen oder nicht!
ZitatMeine Mama hat - wie so viele auch - bis heute nicht geschnallt, dass es hier nicht nur um sie geht.
Mit Verstehen auf intelektueller Ebene hat das schlichtweg gar nix zu tun. Vermutlich weiß Deine Mutter ganz genau, was sie Euch antut und hat in klaren Momenten deswegen Schuldgefühle. Diese Schuldgefühle sind dann wiederum ein toller Saufgrund.
ZitatAngehörige werden automatisch mit reingezogen, ob sie wollen oder nicht!
Klar sind die Angehörigen mit reingezogen. Es heißt, Alkohol ist eine Familien-Krankheit.
Deswegen ist so wichtig, daß die Angehörigen für sich versuchen aus diesem ewigen Karussel auszusteigen, das sie zum Teil noch selbst (unwissentlich) mit antreiben und am Laufen halten. Da entsteht häufig ein Teufelskreis aus Vorwürfen, Schuldgefühlen, guten Vorsätzen in denen Alkoholiker und Angehörige total verstrickt sind.
Für Dich als Kind einer Alkoholkranken Mutter klingt das natürlich total ungerecht. Im Gegensatz zu angeheirateten Partnern hast Du Dir das Elend ja nicht selbst rausgesucht. "Warum soll i c h mir Hilfe suchen, mich evt. psychol. behandeln lassen, weil meine Mutter ein Alkoholproblem hat. Soll sie doch mal zu Potte kommen, dann ist meine Welt wieder in Ordnung."
So ähnlich empfindest Du das vermutlich, auch weil in dem Jahr, wo sie nichts getrunken hat ja tatsächlich für Dich die Welt in Ordnung war.
Aber Ungerechtigkeit hin oder her, Du kannst wirklich nur bei Dir ansetzen.
ZitatDieser Schaden ist meist irreparabel
Das gilt vielleicht für Deine Mutter, daß gewisse Gesundheitsschäden nicht mehr reparabel sind.
Für Dich selbst ist das nicht so. Du bist doch erwachsen und selbst für Dein Leben verantwortlich. Wenn Deine Mutter sich totsaufen will, darf sie das. Das klingt brutal, ist aber so und gibt Dir die Freiheit, daß auch D u dich um D e i n Leben kümmern darfst, unabhängig von Deiner Mutter.
Und manchmal bekommt der Betroffene genau dann den Schub, gegen seine Sucht anzugehen, wenn die Angehörigen einfach aus dem Karussel aussteigen und sagen "Sauf weiter aber laß mich damit in Ruhe."
Du hast völlig recht was Du schreibst, auch ich sehe das so. Mir ging es lediglich darum, weil ich eine Antwort bekam, dass wenn man aufhört es nicht für die Familie tut. Doch, es ist so. Das mag zwar nicht (soll es auch nicht, würde sonst nichts bringen) Hauptgrund sein, dennoch "profitiert" die Familie etc. davon. Das auch ich psychologischer Hilfe in Form einer SHG bedarf, ist mir auch klar.
Dennoch war das Jahr Trockenheit mein glücklichstes, weil mir erst einmal eine Last von den Schultern gefallen ist und ich Hoffnung hatte.
Ansonsten stimme ich Dir voll zu. Ich beschäftige mich mit dem Thema schon seit Jahren. Auch weiß ich, dass sich meine Mutter immer einen Grund zum Saufen sucht. Mal ist es, weil meine Schwester Probleme hat oder sonstiges. Wenn keiner ein Problem hat, dann schafft sie sich eins. Man braucht eben einen Grund zum Trinken. Das Prinzip habe ich längst verstanden. Daher nehme ich ihre Anschuldigen (sie muß wegen mir saufen etc.) nicht ernst und mache mir daher auch keine Vorwürfe.