ZitatGepostet von relaunch Während wenn ich jemand bin, ich wohl doch eher keinerlei Wahlmöglichkeiten habe.
Wir sind alle frei in unserer Wahl.
Es scheint mir hier weniger um 'Haben oder Sein' zu gehen als vielmehr um die Definition von Freiheit.
Ein schlauer Kopf hat mal gesagt, Freiheit bedeute nicht die Abwesenheit von Grenzen sondern die Möglichkeit (undoder Fähigkeit) selbige eigenhändig zu wählen bzw. zu setzen.
Mir hat das sehr geholfen, weil eben durch diese klare Grenzziehung zwischen mir und dem Alkohol, der klaren Eingrenzung meiner Wahlmöglichkeiten- die ich als Alkoholiker (der ich bin) sehr wohl habe, bin ich sehr viel freier als ich davor je war. Solange es diese Grenze nicht gab war ich nicht frei sondern hilflos, hab nicht frei gewählt sondern willkürlich.
...und zur "Verbissenheit dem Thema gegenüber"... Mir fällt da spontan der Witz von dem Besoffenen ein der zigmal ne Litfaßsäule umkreist und greint " ...die hamm mich eingemauert " ...und wie diese Litfaßsäule in der Abstinenz und damit eben aus der Distanz zum Leuchtturm wird. ...ist besser den im Blick zu behalten, bevor ich absaufe oder an der Küste der Selbstherrlichkeit zerschelle.
monika
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P.S. ..kennt vielleicht jemand das Originalzitat von oben?
Die Maus steht für den inner groove, für ne einwandfreie Sache, für den Wunsch, daß es einen so richtig erwischt. aus Koppstoff von Feridun Zaimoglu
madmax
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29.03.2008 00:53
#258 RE: ...saufdruck und kurz vor dem trinken?...
ZitatGepostet von nina58 es ist absoluter Unsinn, im Zusammenhang mit einer SUCHT von "Wahlmöglichkeiten" zu reden!
Damit führst du alle Erkenntnisse über das Thema "Sucht" ad absurdum und das ist einfach nur dumm
Hallo Nina Das ist für mich gar nicht mal "dumm"... ... sondern einfach völlig unrealistisches Wunschdenken, beschienen von dem grellen Licht, das aus dem Spalt der offnen Hintertüre fällt .
Damit hab ich selber so einige Jahre noch verschenkt und versoffen, obwohl ich da im Grunde schon ganz genau wusste: wenn ich in Würde überleben wollte, dann kam ich ums schnöde Aufhören einfach nicht drumrum - das konnte dann ja auch nix werden, eben weil ICH die Spielregeln dafür bestimmen wollte und mir da vor allen Dingen auch nix von irgendwem auch immer sagen lassen wollt.
Wie - Ich und keine Alternative, keine andere Wahl haben? Na, das wolln wir doch mal sehn....
Nix hätt ich in diesem Stadium angenommen - weder Rat noch Hilfe und schon gar nicht... Vernunft....
Heute weiss ich dass ich mir viel Lebensgefahr, Leid, Elend und Schmach erspart hätte, wenn ich früher von diesem hohen Ross heruntergekommen wär, den Stein der Weisen schon irgendwie selber zu finden.
Denn letztlich hatte ich nur eine einzige wirkiche Wahlmöglichkeit: Leben oder nicht.
Um das zu verinnerlichen, in seiner ganzen Klarheit und Kompromisslosigkeit - da brauchte ich halt noch "ein paar strenge Winter".... wünsche allen die noch in der Wunschdenkenphase sind, dass sie möglichst nur noch ganz wenig solch strenge, harte Seelen-Winter leiden müssen...
LG IngMarie
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Einfach tun. Der beste Zeitpunkt dafür: immer genau jetzt.
Hallo Marimba - das von Dir erwähnte (ganz vortreffliche) Zitat stammt von dem Arbeitstheoretiker Frithjof Bergmann; aus seinem Buch "Die Freiheit leben". Klickstdu für mehr Infos zu dem Herrn hier LG IngMarie
[ Editiert von Ingmarie am 29.03.08 1:06 ]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Einfach tun. Der beste Zeitpunkt dafür: immer genau jetzt.
madmax
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29.03.2008 01:09
#261 RE: ...saufdruck und kurz vor dem trinken?...
natürlich hast du recht damit, dass das nichts mit "Dummheit" zu tun hat!
Das klang so locker dahingeschrieben und es gibt doch auch in ihrem Leben einen so ernsthaften Hintergrund, nämlich ihre Kinder. Da habe ich nämlich das dazu gefunden und mir Gedanken dazu gemacht:
ZitatGepostet von Seelchen Hi Catlike,
ich wünschte leben zu können, und deine Nachricht hat mich zu Tränen gerührt. Scheiße, ja, die Liebe von Kindern bekommt man geschenkt, ich will nur, dass sie mir und meinen Worten wieder vertrauen können.
Seelchen
ZitatGepostet von Seelchen Hallo ihr alle miteinander!!
.... mein tollstes Geschenk war für mich heute der vertrauensvolle Blick meiner Kinder, als sie beim Heimkommen merkten, dass ich nichts getrunken habe.
Bis bald ohne Alk Seelchen
[ Editiert von Seelchen am 20.09.05 15:15 ]
ZitatGepostet von Seelchen
Hi Ihr,
langsam glaube ich, ich bin ein hoffnungsloser Fall. Ich möchte das mal kurz beschreiben: Freitag bin ich volltrunken hier auf dem Forum gelandet. Gestern habe ich Abstinenz gelobt und heute habe ich die Reste weggesoffen. Heute morgen war ich so gut drauf, ich war klar im Kopf, hab die Kinder in die Schule geschickt. Auch die beiden hatten ein gutes Gefühl, wie es schien. Ich habe gebügelt und mich über meine Freiheit gefreut und dann kam es ganz urplötzlich, völlig unmotiviert, Alk muß weg..war teuer genug... muß in mich rein und zur Not auch wieder raus.. da gibt es ja mehrere Wege....
Was mich irritiert bei der ganzen Sache ist, dass ich mir jedes Mal, wenn ich "aufhöre" einbilde, das sei kein Problem, bis zu dem Moment, an dem ich jetzt wieder bin, nämlich mitten drin...
Ich weiß genau, jetzt nehme ich mir vor, nichts mehr von dem Zeug einzukaufen, niemalsmehr...!! Und dann kommt wieder so ein Punkt an dem ich denke: was soll's nur dies eine Mal und dann, ich weiß , höre ich endgültig auf...
Ich werd' verrückt, wenn ich nüchtern bin, morgends den Tag beginne fühle ich mich so stark und irgendwann kommt so ein fieser Teufel und redet mir ein, ich habe nur ein akutes Problem, danach habe ich alles wieder im Griff.
Wie werde ich diesen schwachsinnigen Teufel wieder los, hilfe, bitte....
Lieben Gruß Seelchen
Ich denke, wenn man das gelesen hat, braucht man nicht mehr darüber zu diskutieren, ob der Schreibende nun abhängig ist oder nicht!
das hast du im September 2005 geschrieben. Wie geht es deinen Kindern und ihren Gefühlen in bezug auf die alkoholtrinkende Mutter denn heute?
ZitatGepostet von Seelchen Hallo ihr lieben Saufnixe!!
Mir wird immer deutlicher klar, wie sehr mir meine Kinder bereits mit ihrem nicht immer konformen Verhalten einen Spiegel vorgesetzt haben. (Beide sind wegen ADS in psychatrischer Betreuung).
Sie sind zwei lebensfrohe Kerls, die sich bereits jetzt um ihre Mutter sorgen und dafür ihre Energien aufwenden, die sie eigentlich für ihr Kindsein bräuchten.
Seelchen
[ Editiert von Seelchen am 19.09.05 12:13 ]
Wie kann man denn so etwas schreiben und dann zwei Jahre! nichts dagegen tun?
Wer ich bin kannst du hier nachlesen: (hab auch (drei) Söhne)
Du schreibst in diesen alten Threads soviel darüber, dass du den Sinn des Lebens suchst und nicht findest. Hast du ihn denn nicht wenigstens "ansatzweise" in deinen Kindern selbst gefunden und kannst ihnen zuliebe (denk doch noch einmal daran, was du damals über sie geschrieben hast) mit dem Trinken aufhören?
Ich habe an meinen Kindern erkennen können, wie sehr sie sich darüber freuen, dass ihre Mutter nicht mehr trinkt!
Marimba ich finde das Zitat "Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin dass er tun kann was er will, sondern dass er nicht tun muss was er nicht will" von Rousseau passt auch gut dazu...
Der Beitrag von Marianne kommt bei mir so an, dass er genau aus der Angst heraus geschrieben ist, die ich schon ganz lange gespürt habe, bevor ich aufhören konnte. Die Angst anzuerkenne, dass ich das tun muss, was ich eigentlich nicht mehr will. ...weitertrinken.... Ich war meiner Sucht ausgeliefert und das habe ich auch lange nicht anerkennen wollen und mit tausend Argumenten versucht zu dementieren Es ist für mich vorbei "göttinseidank"
leider muß ich dir schon wieder über die Grenzen latschen, dein Beitrag animiert mich dazu
So einen Schmarrn hab ich schon lange nicht mehr gelesen
oder hat das ganze einen höheren Sinn, wie man ihn (zurecht?) in den Werken von Joyce und Beckett vermuten kann?
Ich gehe nach wie vor davon aus, daß es in einem Alki-Forum statthaft ist, von den vorliegenden Texten auf die Befindlichkeit des Autors zu schließen, und da unterscheide ich in meiner-zugegeben etwas primitiven- Art hauptsächlich zwischen naß
und
trocken. Alles weitere ist primär nicht sooo interessant.
LG MP
* geboren am 28. Oktober 1957 - † gestorben am 24. September 2008
ZitatGepostet von nina58 Du schreibst in diesen alten Threads soviel darüber, dass du den Sinn des Lebens suchst und nicht findest. Hast du ihn denn nicht wenigstens "ansatzweise" in deinen Kindern selbst gefunden und kannst ihnen zuliebe (denk doch noch einmal daran, was du damals über sie geschrieben hast) mit dem Trinken aufhören?
[ Editiert von nina58 am 29.03.08 9:28 ][/b]
Morgen alle,
ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Kindern zuliebe aufhört zu Trinken. Ich hab mehrere Mütter in meiner LZT kennengelernt, die waren da mit ihren Kindern. Und hatten natürlich furchtbare Schuldgefühle ihren Kindern gegenüber. Einer hatten sie sogar den Sohn weggenommen. Aber aufgehört zu trinken hat sie erst viel später...
Nur mal so als Gedankenanstoß.
Grüße von Birgit
Wenn der Mensch voll ist, geht sein Blick ins Leere.
nina58
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Beiträge:
29.03.2008 10:36
#269 RE: ...saufdruck und kurz vor dem trinken?...
guten morgen pulsatille, es ist nie gut, für jemand anderen das trinken zu lassen. aber wenn ich für irgendeinen menschen ausser mir verantwortung habe, dann sind es meine kinder, die ich in diese welt gesetzt habe und für die ich alles tun muss, was in meiner macht steht. das ist meine pflicht. und es ist keine unangenehme, das steht fest.