Wie du meinst, dann hatte ich, wenn ich auf dem Sterbebett liege und einen letzten Kognac 'geniesse' eine Trinkpause, auch wenn ich davor z.b. 30 Jahre trocken war? Oder war DAS dann ein Rückfall? Oder hatte man nach jedem Rückfall nur eine Trinkpause?
Weil Du gerade von Sterbebett sprichst...Ich versuche Dir das mal aus meiner Perspektive zu erklären.
Vor ungefähr 2 Jahren lag ich da auf so´nem Sterbebett...und hätte wahrscheinlich jeden erlösenden Schluck aus der Pulle DANKEND angenommen, um diesem jämmerlichen Dasein endlich ein Ende zu machen.
Aus meiner jetzigen Sicht mit dem nötigen Abstand zum Alkohol, viel Arbeit an Mir und dem Wissen, wie gut es Mir nur deswegen geht, dass ich nicht mehr trinke, würde ich selbst auf dem Sterbebett (habe ich mir jedenfalls vorgenommen:rolleyes keinen Schluck von dem Zeug verlangen, dass mir mein halbes Leben kaputt gemacht hat...denn dann hätte ich nämlich die ganze Zeit garnichts begriffen, denke ich
Einen Uhbumpf kann man schlecht beschreiben, ist ein "must-have-seen"
Die Frage beschäftigt mich, weil ich immer wieder sehe, dass hier zimlich strikt unterschieden wird zwischen "trocken" "nass" und "Frischling". Fast will ich von Hirachie reden (ist halt so mein Eindruck, muss ja nicht stimmen!)
ich mag das Wort 'trocken' nicht mehr. Für mich bevorzuge ich das Wort abstinent; noch genauer: ich lebe alkohol- und nikotinabstinent. Das eine oder andere Mal rutsche ich in andere Formen der Sucht, wie Kaufsucht z.B. Wie ich schon oft geschrieben habe, war ich "süchtig", bevor ich das erste Glas Bier getrunken, bzw. die erste Zigarette geraucht habe.
'Trocken' bedeutet in meinen Augen eine Wertung; anhand eines Kriterienkatalogs wird von außen beurteilt, ob ich auch brav meine Schritte einhalte, den Ansprüchen der Gruppen'häuptlinge' genüge oder was es so an Kriterien sonst noch gibt. (Spannend finde ich immer, wenn es die sog. Trockenpäpste nicht schaffen, anderthalb Stunden nikotin- und koffeinfrei zu bleiben.:sly
Unbestritten ist für mich jedoch, was auch schon meine Vorredner schrieben, daß es nicht reicht, den Stoff weg zu lassen, sondern sich und seine Gewohnheiten näher anschaut und ändert. Das ist ein längerer, aber ungemein spannender Prozeß, der (für mich) wohl erst auf dem Totenbett endet.
lass Dich mal nicht von Begrifflichkeiten verrückt machen. Auf welchem Level Du Dich definieren willst (ob, nass, trocken oder gar nüchtern oder eben irgendwo dazwischen) entscheidest eh Du. Kein anderer kann das wissen, Dich höchstens anders wahrnehmen als Du Dich selbst.
Trink mal einfach nix, holDir das was Du brauchst, dann wird das schon
LG Uta
"Großer Gott, laß meine Seele zur Reife kommen, ehe sie geerntet wird!"Selma Lagerlöf
Ach ja, noch was. Mir persönlich ist es wurscht, ob es 'Rückfall', 'Ende einer Trinkpause', Wrdlprmpf oder sonst wie heißt. Fakt für mich ist, ich trinke keinen Alkohol mehr. Aus die Maus. Somit muß ich auch nicht mit Begriffen jonglieren.
Viktor
Die Tante Edith meint zynisch: So einfach kann das Leben sein
"abstinent" beschreibt es am besten, denke ich auch. und vor Allem ist es wertfrei.
DU bist (für mich) "Profi"!
Thx!
Hallo Uta, auf diese Begrifflichkeiten bin ich erst hier gestossen und habe dann angefangen zu grübeln. Mein Level definiere ich jetzt gemäß Vicco: abstinent. "Trink mal einfach nix, " Cool!!!! Danke Uta
Ich habe sicher kein Aufmerksamkeits-Problem, aber es ist doch so, dass es bis jetzt keinen interessiert, wie es mir heute geht. Habe ich nur Freitag getrunken, oder mach ich es heute noch? Ich hätte mich gern mit jemanden darüber unterhalten, der ähnliches erlebt hat. 10 Tage war ich ziemlich stabil und zufrieden ohne Alk und plötzlich setzt das Hirn aus.
Im Übrigen habe ich jetzt den Bescheid bekommen und die Thera ist genehmigt, aber ich kann jetzt erst am 21. Dez. anfangen, aber das ist jetzt wenigstens sicher.
Soweit mal
Grüßle vom Silver
hallo silver,
bis zum 21 dezember ist nicht mehr lang
und wie sieht es nun aktuell bei dir aus? trinkst du noch?
ich würde an deiner stelle als ziel setzen noch vor der therapie nichts mehr zu trinken... damit du die zeit dort von anfang an wirklich effektiv nützen kannst und nicht evtl. die ersten tage/ woche mit entzug verbringen musst. falls du noch trinkst, würde ich auf keinen fall, einen kalten entzug machen!
du schreibst 10 tage warst du stabil und recht zufrieden abstinent und dann setzte dein gehirn aus... ich würde eher sagen, dann setzte das suchtgedächniss ein
ich habe immer eine gewisse zeit ohne alk mit wenig anstrengung verbracht.. dann fing der suchtdruck an und ich hab alle guten vorsätze über board geworfen... nicht einmal, das habe ich zwei jahre lang praktiziert. es wurde mit der zeit zunehmend schwere aufzuhören und die pausen auch zunehmend schwerer einzuhalten.
ich wünsche dir ein gutes gelingen. die entscheidung zur therapie finde ich klasse
Dirk meinte mein Rückfall wäre ein Rückschritt, aus dem ich nichts gelernt habe...als Profi weiß er das natürlich
Veto:
mein, an Dich gemeinter "Rückschritt" bezog sich nicht unmittelbar auf auf Deinen Rückfall, sondern auf die vorangegangenen Beiträge deinerseits in dem von Dir gemeinten Thread
siehe:
ZitatGepostet von dry68 [b]Hi Silver,
ZitatGepostet von J Silver
Ich buche das jetzt als Erfahrung ab und kann da nur draus lernen.
Ja, man kann, aber entweder hast Du daraus gelernt, oder auch nicht.
Für mich klingt dein Beitrag nicht wie ein Rückfall, sondern mehr nach einem Rückschritt, aus dem Du nichts gelernt hast
Gruß Dirk
und ob Du aus diesem "Rückfall", wie Du ihn nennst, (denn zu einem Rückfall gehört auch eine gewisse Abstinenz....deswegen, für mich "Rückschritt":sly gelernt hast, wird die Zeit zeigen.
Jedenfalls, die Beiträge, die Du Anfangs dazu verfasst hast sprechen m.M.n. eine andere Sprache
auch von mir ein Willkommen und Dank für deine Fragen.
Ich hab da auch noch viel zu lernen.
Hi Amanda,
ich habe noch am Samstag was getrunken und seit Sonntag nix mehr. Irgendwie schaffe ich das zumindest, nach neuem Wissenstand, ein par Tage recht gut.
Mein naheliegendstes Ziel ist bis zur Thera nicht zu trinken. Die Freitagstreffen habe ich schonmal gestrichen.
Danke, für den Tipp mit dem Suchtgedächtnis. Das wird es wohl sein und damit beschäftige ich mich grad. So ein richtigen Suchtdruck hatte ich gar nicht, oder vielleicht habe ich mich bereits im Anfangsstadium ergeben. Das ging ruckzuck, zumindest am Freitag.
Wenn ich mir es so recht überlege, dann haben mich schon im Vorfeld zwei Sachen getriggert.
Meine Eltern meinen, dass es mir so schlecht geht, weil ich keinen Job habe und nicht wegen Alk. Das ein Job besser wäre, als eine Thera.
Mein Freund sagte..."Ja mach das mal mit der Thera. Das ist nicht schlecht, aber Silvester kannst du ja wieder..."
Das hat mich schon beeinflusst irgendwie und als sich dann herausstellte, dass es mit der Thera zum 07. Dez. nicht mehr reicht, war überhaupt kein Widerstand mehr da.
vielleicht sollte man tatsächlich nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, also allgemein.
Ob ich jetzt schreibe...ich kann nur daraus lernen, oder ich muss...damit meine ich letztendlich das selbe.
Ob ich nach 10 Tagen Trockenheit einen Rückfall hatte und das so bezeichne ist doch Wurscht. Ich habe nach 10 Tagen wieder getrunken. Ist doch das selbe Problem.
Nennen wir es halt Rückschritt, aber jetzt weiß ich wie du es meinst.
Wenn du noch Fragen zu meinen anderen Beiträgen hast...gerne
vielleicht sollte man tatsächlich nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, also allgemein.
allgemein gesehen bin ich da ganz Deiner Meinung...denn ich bin ja auch nicht ohne.
aber:
Zitat Dirk meinte mein Rückfall wäre ein Rückschritt, aus dem ich nichts gelernt habe...
...in diesem Fall wollte ich das doch nicht so stehen lassen, weil Diese/Deine Aussage ganz einfach so nicht stimmt, und das auch nicht mit meiner Einstellung zum Thema Alk (um den es hier ja geht) übereinstimmt
finde ich gut, dass du dir das ziel gesetzt hast bis zur therapie nichts zu trinken
wenn du dass schaffst, wird der einstieg mit sicherheit leichter.
so wie du schreibst scheinen deine eltern und freund wenig kenntnisse der krankheit zu haben. das ist nicht ungewöhnlich. mein tipp: schenke ihnen zu weihnachten das buch alk von borowiak. es ist verständlich geschrieben und erklärt die krankheit und folgen.
ich weiss nicht wie nahe du deinem freund stehst, aber wenn dir die freundschaft wichtig ist, würde ich ihm ebenfalls erklären, wie wichtig es für dich ist nicht zu trinken und erstmal abstand von den freitag abend kneipen besuche nehmen. falls er wirklich ein guter freund ist, wird er doch sicher verständniss zeigen und vielleicht bereit sein, einen gemeinsamen abend anderweitig zu verbringen? ein sauna oder kinobesuch... es gibt so viele möglichkeiten ausserhalb der kneipe.
ich wünsche dir viel erfolg und bei suchtdruck, melde dich doch einfach hier... die meisten kennen es und können dir gute tipps liefern. es ist erstmal nur ein aushalten.