Hi Ilo , es wird ein Kampf , das versprech ich Dir , aber wenn Du den gewinnst , hast Du was ganz Tolles vor Dir , nämlich ein Leben ohne diesen Teufel . Deine Ängste und Probleme schrumpfen dahin , dass Du dabei zusehen kannst Die Welt hält auf einmal wieder Farben bereit , die man im nebligen Dunst schon lange nicht mehr gesehen hat . Und glaub mir , es gibt immer einen Grund , zu trinken , aber hunderte mehr , um nicht zu trinken . Schon nach ein paar Tagen geht ein völlig anderes Leben los , das echt was zu bieten hat . Ich wünsche Dir , das Du das kennenlernst . Ciao Zwi
Von so einer Schönmalerei halte ich überhaupt nichts.
Die Probleme sind nicht einfach über Nacht weg - es kann sogar sein, dass man erschrickt, wenn man erstmal nüchtern mit den angesammelten Problemen konfrontiert wird.
Die Ängste einer bestimmten Sorte mögen weg sein, dafür sind andere da.
Du tust so als sei das ganze ein Tripp von der Hölle ins Paradies... mit ganz vielen schönen und ausschließlich schönen Überraschungen.
So ist es aber nicht, man sollte sich auch auf jede Menge unangenehme Überraschungen gefasst machen, die erstmal ausgehalten und bearbeitet werden wollen.
Wenns schon um Arzt und Gesundheit geht: man sollte sich darauf gefasst machen, dass die Sucht Spuren hinterlassen hat, wahrscheinlich auch bleibende. Und ich meine damit nicht das Suchtgedächtnis.
Selbst nach relativ kurzer Abhängigkeit muss man damit rechnen. Ist ja auch kein Wunder bei solch einem potenten Neven- und Zellteilungsgift.
Sicher hoffentlich stirbt bald jemand,haupsache ich kann trinken,alles klar[/b]
Bekommst du auch Fressanfälle oder Heulkrämpfe, weil bei einem Kollegen Krebs diagnostiziert wird?
Das ist doch -egal wie man es betrachtet- keine normale, sinnvolle und vor allem auch keine erwünschte Reaktion.
Ich würd jedenfalls um einen geschätzten Kollegen einen Risenbogen machen, der sich wegen meiner Diagnose besäuft und dann in Selbstmitleid versinkt und über Schicksalsschläge "philosophiert".
Sowas braucht man da ganz sicher nicht. Dir gehts doch nur um dich, dein Selbstmitleid für dich.
Was ich allerdings nicht versteh und auch nie so praktiziert hab... mich kontrollieren oder beschränken wollen. Wenn ich mal den Entschluss Alk (oder auch andere Drogen) fasste, war das von vornherein eine no limit Entscheidung. Da hab ich mir erst gar nichts vorgemacht, ich wusste ja, es geht um die Wirkung, und die erreiche ich nicht mit einem Drink oder einer Pille.
Höchstens hab ich versucht, die Zeitfenster zu kontrollieren und das maximale für mich herauszuholen. Sofort ins Koma wär ja auch nicht so gut gewesen, ich hatte da immer wichtige Dinge zu erledigen (die ich nüchtern nicht auf die Reihe bekam).
Da hab ich mich auch zweimal ganz schön vertan und bin im KH gelandet, innerhalb weniger Monate. Lag auch daran, dass ich Drogen immer auf nüchterenen Magen konsumierte. Auch vor der Abhängigkeit (in der teenie-Zeit hatte ich ne Essstörung und machte grundsätzlich vorm Ausgehen Diät). Auch später konsumierte ich niemals Alk mit Essen. Das mochte ich nicht.
Als das dann nicht mehr funktionierte, es überhaupt kein Zeitfenster mehr gab, in dem ich mich gut fühlte und/bzw was erledigen konnte, und hinzu auch noch tagelange Nachwirkungen kamen (bis zu vier Tage, hauptsächlich Symptome einer Histaminintoleranz), hatte ich sowas von die Nase voll, dass ich es sein ließ und das dann auch ziemlich einfach war. Der Sinn hatte sich befreit.
hab auch so den Eindruck, dass sie Gründe sucht, weshalb es gerade bei ihr leider nicht ohne Alk geht. Ist typisches nasses denken, weil so süchtig bin ich ja jetzt auch wieder nicht.
@waldkatze find ich gut, was du schreibst. Essen und Alkohol trinken mochte ich auch nicht, weil ich dann immer dachte, der Stoff wirkt nicht richtig. Deshalb erst was Essen und dann Druckbetankung. Im späteren Verlauf dann wurde das Essen immer unwichtiger. Es ging beim besten Willen oft nix festes rein. Ich mümmelte ne gefühlte Stunde an einer Scheibe Brot.
ZitatGepostet von newlife hab auch so den Eindruck, dass sie Gründe sucht, weshalb es gerade bei ihr leider nicht ohne Alk geht. Ist typisches nasses denken, weil so süchtig bin ich ja jetzt auch wieder nicht.
War ja das, was ich auch gemeint habe - aber Ilo´s Reaktion spricht eine deutliche Sprache. Vermutlich muss sie noch eine ganze Weile weitereiern, so kategorisch, wie sie alle guten Ratschläge und Warnungen ablehnt
Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...
ZitatGepostet von newlife hab auch so den Eindruck, dass sie Gründe sucht, weshalb es gerade bei ihr leider nicht ohne Alk geht. Ist typisches nasses denken, weil so süchtig bin ich ja jetzt auch wieder nicht.
War ja das, was ich auch gemeint habe - aber Ilo´s Reaktion spricht eine deutliche Sprache. Vermutlich muss sie noch eine ganze Weile weitereiern, so kategorisch, wie sie alle guten Ratschläge und Warnungen ablehnt
Dieses "auf andere schauen" in Verbindung mit dem Kleinreden des eigenen Elends - ja, das dauert noch, denke ich auch.
Also ich kenn´s ja auch vin mir - das wollte ich ja auch nahebringen. Allerdings war ich damals auch genausowenig einsichtig, weil ich eben noch nicht am Wendepunkt war.
Ich glaube auch, dass es bei ganz elementar war, dass mch das Trinken nachher so belastet hat, dass die Entgiftung eine Befreiung war. Auch wenn ich heute immer denke, dass hätte man doch früher kapieren müssen, bei all dem, was man an Tiefschlägen (Job-/Führerschein-/Partnerverlust, Blamagen in der Öffentlichkeit und vom ewigen Entzugsgekasper reden wir mal gar nicht) unter Alk hinlegt.
Aber das ist eben die Sucht - und den Trinkenden schwer mit Worten nahezubringen
Wenn die Musik beginnt, dann dreht sich der Tanzbär...
yep, und da können wir an dieser Stelle auch nicht weiterhelfen. Der Leidensdruck ist noch nicht stark genug. Bei mir hats auch ganz gewaltig rappeln müssen in der Kiste. Ich hätte nie aufgehört, wenn ich es noch irgendwie hinbekommen hätte. Ja, genau so ist die Sucht.