Die Suchtberatung empfiehlt mir dringend eine stat. Entgiftung. Gibt mir aber den Seegen für eine ambulante Entgiftung in enger Verbindung mit den Ärzten der Suchtberatung. Ich bekomme ein leichts Medikament zur Unterstützung.
Gestern Morgen langes Gespräch mit der Ärtzin und ganz viel Motivation und Mutzuspruch. Ich fahre fast euphorisch nachhause. Mittags nehm ich die erste Tbl. Der Nachmittag verläuft und ruhig und abends geh ich zum Yoga. Vor dem Schlafen nehme ich wie vereinbart die nächste Tbl. Ich fühle mich, als würde ich krank: Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, abwechselnd schwitzen und frieren. Aber ich schlafe irgendwann ein. ich werde ein paar Mal wach und träume wild. Aber die Nacht ist geschafft.
Es ist egal, von wo aus ich starte, wichtig ist, wohin ich will...
Über für und wieder einer ambulanten Entgiftung ist in diesem Forum sicherlich schon hinreichend diskutiert worden. Darum jetzt nur so viel:
Wenn ambulante Entgiftung, dann ist der von Dir gewählte Weg - mit medizinischer Kontrolle und Begleitung durch die Ärzte der Suchtberatung - sicherlich der richtige.
Dass Du hier über den Verlauf dieser Maßnahme schreiben möchtest, finde ich gut. Denn das schriftliche Ordnen des Erlebten, Gefühlten und Empfundenen wird Dir sicherlich bei Deiner Selbstbeobachtung helfen.
Und interessant zu Lesen finde ich es auch!
Also, viel Erfolg auf Deinem Weg gewünscht
von
Christoph
Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche
Hallo Desperate, du bist auf einem guten Weg. Was machst du sonst noch? Besuchst du eine SHG? Dort triffst du Menschen die das gleiche hinter sich haben wie du. Viel Erfolg weiterhin Elke
ich bin auch interessiert an Deinem Bericht. Meine Entzugserscheinungen sind körperlich nicht so stark wir bei dir. Schlafstörungen und Kopfschmerzen etc. habe ich bereits hinter mir, an Tag 9.
Trotz der Tbl. am Mittag hat mich die Unruhe und Angst weiter fest im Griff. Rastlosigkeit. Wie ein Rennpferd in die Box gesperrt...
15Uhr Anruf in der Suchtambulanz. Bin verzweifelt. Die Ärztin redet lang mit mir, versichert mir, das das zu erwarten war und ganz normal ist. Schlimmeres sei nicht zu erwarten bei der Menge und Art der Alks, den ich vorher immer konsumiert habe. Rät mir, mich körperlich zu betätigen um Streß abzubauen.
Laufe zwei Stunden wie ne Irre mit meinem Hund durch die Gegend.
Nicht wirklich besser...
Desperate
Es ist egal, von wo aus ich starte, wichtig ist, wohin ich will...
Mit dem Hund rausgehen war auf jeden Fall eine gute Sache!
Jetzt durchhalten. Den körperliche Entzug und die damit verbundenen Symptomatiken ( Innere Unruhe, Zittern ) wirst Du bald überwunden haben. Das musst Du jetzt einfach aushalten.
Aber danach beginnt die eigentliche Arbeit.
Was tue ich aktiv, um nicht mehr zu Trinken.
Die Suchtberatungsstelle, zu der Du ja schon Kontakt hast, ist dann der richtige Ansprechpartner.
Solltest Du wegen Entzugserscheinungen nicht schlafen können, lies einfach im Forum und schreibe Dir notfalls die Finger wund! Hier ist auch nachts geöffnet.
Und es wird besser, wenn du durchhältst!
LG
Christoph
Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche
Danke Christoph, und natürlich auch allen anderen!!
Die Nacht ist geschafft und Tag 3 ohne Alkohol beginnt. Ich habe gut geschlafen, viel besser als die Nacht davor. Aber das schieb ich auch auf die Tbl. die ich nehme.
Doch gestern abend war er dann da der Suchtdruck. Ich bin stark geblieben. habe mich abgelenkt und an das gedacht, was man mir in der Suchtberatung übers Suchtdedächntis erklärt hat. Und tatsächlich: nach 20 min. wurde es besser! Ein erster großer Erfolg für mich!!!!! Den Rest des Abends war ich ganz ruhig.
So, nun hab ich mit den Kindern gefrühstückt und nun gehts los zur Schule und Kindergarten!
Im Moment fühl ich mich gut, fast wieder euphorisch.
Desperate
Es ist egal, von wo aus ich starte, wichtig ist, wohin ich will...
"Im Moment fühl ich mich gut, fast wieder euphorisch."
Nicht übermütig werden! Und immer schön kleine Schritte: Heute saufe ich nicht Und bei Saufdruck Mineralwasser trinken, was rein geht
Ich wünsch dir alles Gute für deinen Weg, und danke für das Tagebuch, das mich wieder mal sehr direkt an meine ersten Tage der Trockenheit zurückerinnert!
Liebe Grüße vom Grufti! Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Klasse, dass Du dem ersten Anfall von Suchtdruck getrotzt hast! Genau wie Grufti kann ich mich beim Lesen Deines Tagebuchs an meine eigenen Anfänge erinnern ( obwohl ich damals stationär entgiftet habe ).
Tja, das Suchtteufelchen wird noch öfter aus seiner kleinen Schachtel auf Deiner Schulter springen, und Dir mit verführerischer Stimme ins Ohr säuseln: " Nimm mich! Komm, wir haben eine schöne Zeit, alle Deine Probleme sind erstmal weg, nur wir beide, Du und ich!" Aber wie alle Verführer kann auch der Suchtteufel ganz schlecht mit Ablehnung und Zurückweisung umgehen.
Das heisst, je öfter Du ihn zurückschickst in sein Schächtelchen, sich nicht auf sein Werben einlässt, desto seltener und unmotivierter werden seine Besuche mit der Zeit. Und schliesslich - irgendwann - ist seine Feder so ausgeleiert, dass er es gar nicht mehr schafft aus seiner Kiste zu springen.....
Sobald der körperliche Entzug vorbei ist, wirst Du überlegen müssen, was den Platz von Alkohol, all die freiwerdende Zeit, in Deinem Leben einnehmen kann.
Gibt es Hobbys und Freunde, die Du vernachlässigt hast? Aktivitäten, die Du wieder ausüben, Menschen, die Du wieder treffen möchtest?
Sinnvoll war in meinem Falle auch eine Selbsthilfegruppe , um mich fortgesetzt mit meiner Alkoholsucht zu beschäftigen.
Ach ja, Gruftis Euphoriewarnung ist aus meiner Erfahrung nicht unbegründet. Geniesse es, wenn Du Dich gut fühlst, aber bleibe wachsam...
LG
Christoph
Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche
Moin Desperate, nicht gerade der angenehmste weg den du dir da gewählt hast. Finde ich gut, dass du hier darüber berichtest! Weiterhin gutes gelingen und eine volle wasser flasche, oder was du alkfreies trinken magst, in griffweite dir gewünscht! Lieben gruss dir Esther
@all, hat wer sachdienliche hinweise wohin der Thread:
Zitat(meine geschichte ich geschrieben unter Ja. ich bin Alkoholikerin)
verschwunden ist? Oder brauche ich mittlerweile mehr als nur eine brille??? Tirritiert, jedoch auf klärung hoffend Esther
Mein Selbstbetrug endete in einer Sackgasse. Meine Selbstbestimmung zeigt mir viele neue Wege in eine bunte Welt.
Der Beitrag: ja ich bin Alkoholikerin ist weg. Ich hab darum gebeten ihn zu löschen, weil da viel zuviel Persönliches stand. Sachen die nicht hingehören.
Ich habe einen Scheißtag. Heute morgen gab mein Handy seinen Geist auf und ich merke das so eine banale Sache reicht, mich völlig aus der Bahn zu werfen. Die Unruhe war sofort da. Ich hab völlig überzogen reagiert und war ab da nur noch gereizt...
Ein Termin jagte den nächsten und ich stehe total unter Streß. kein Ende in Sicht. Gleich ist der erste Elternabend meines Sohnes in der Schule. Ich merke, ich muß dringend Streß abbauen weiß aber grad nicht wie... Keine Zeit für Entspannung.
Eineseits ist es Ablenkung aber andererseits habe ich Angst wie ich nachher nach Hause komme... Dann ist wieder später Abend... und meine "Entspannung" wie früher die gibt es ja nicht mehr.
Aber ich werd das schaffen. Weiß nur grad nicht wie...
Ich schau später nochmal rein.
Desperate
Es ist egal, von wo aus ich starte, wichtig ist, wohin ich will...
desperate, wenn du nach Hause kommst, heiße Wanne und leckeren Tee. Wirkt manchmal Wunder. Die erste Zeit ist hart aber du bist auf einem gute Weg. Gruß Ruby
Moin Desperate, danke für die aufklärung. Sach ich ja, schwere variante die du gewählt hast. Ich würde mir nicht zugetraut haben, neben geballten alltag zu entgiften und das einzig bis dato bekannte entspannungs dingens weg zu lassen. Aber das bin ich. Ich wünsche dir weiterhin gutes gelingen Lieben gruss Esther
Mein Selbstbetrug endete in einer Sackgasse. Meine Selbstbestimmung zeigt mir viele neue Wege in eine bunte Welt.
ich hätte dringend stat. gehört weil mein Alltag und Umfeld zur Zeit alles andere als einfach ist!!!! Die Ärtzin sieht das auch so und meint mit meinen ewigen "aber" brems ich mich nur aus und blockier mich.
Ich MUß es SO schaffen, sonst verlier ich mein Ehrenamt. ich kann da hier nicht näher drauf eingehen. Weiß ja nicht wer so aus meinem Umfeld mitliest...
ich weiß, klingt wie ne Ausrede. was ist schon Wichtiger als MEIN Leben? Aber es ist ein Versuch. Beim ersten (hoffentlich nicht) Absturz bin ich in der Klinik.
Desperate
Es ist egal, von wo aus ich starte, wichtig ist, wohin ich will...