ich sehe es auch so, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig ist. Im Moment fühle ich mich hier im Forum besser aufgehoben, als in der SHG oder bei den AA. Ich habe dort meinen Weg noch nicht gefunden.
Der Vorteil hier ist, dass man sich mit ganz vielen verschiedenen Gedanken und Ansichten auseinandersetzt und selbst immer wieder die eigenen Ansichten in Frage stellt etc. Zudem ist gerade das Schreiben auch anstrengend. Man muss dich stark disziplinieren, damit der Andere auch verstehen kann, was man meint.
Dies kann natürlich einen "lebenden" Gesprächspartner auf Dauer nicht ersetzen. Aber, mal ganz polemisch, alles hat seine Zeit.
LG J.
Das, was wir ein böses Gewissen nennen, ist ja immer ein gutes Gewissen. Es ist das Gute, was sich in uns erhebt und uns bei uns selber verklagt. (Theodor Fontane)
ZitatGepostet von hasenherz Zudem ist gerade das Schreiben auch anstrengend. Man muss dich stark disziplinieren, damit der Andere auch verstehen kann, was man meint.
Mit diesem Standpunkt gehörst du hier aber zur Minderheit
It is no measure of health to be well adjusted to a profoundly sick society. J. Krishnamurti
ZitatGepostet von hasenherz Zudem ist gerade das Schreiben auch anstrengend. Man muss dich stark disziplinieren, damit der Andere auch verstehen kann, was man meint.
Mit diesem Standpunkt gehörst du hier aber zur Minderheit
Oh liebe Greenery, Du Hüterin meiner freundschen Vertipper. Erwischt.
Friedi, ich schwöre, es war nicht beabsichtigt, Dich zu disziplinieren und behaupte ab sofort das Gegenteil.
Das, was wir ein böses Gewissen nennen, ist ja immer ein gutes Gewissen. Es ist das Gute, was sich in uns erhebt und uns bei uns selber verklagt. (Theodor Fontane)
ZitatGepostet von hasenherz Oh liebe Greenery, Du Hüterin meiner freundschen Vertipper. Erwischt.
Ich unterstelle dir jetzt einfach mal, dass du das 'n' da absichtlich reingetippert hast
Na logo, ich hab ja auch nur deshalb Alkohol getrunken, weil er schmeckte.
Das, was wir ein böses Gewissen nennen, ist ja immer ein gutes Gewissen. Es ist das Gute, was sich in uns erhebt und uns bei uns selber verklagt. (Theodor Fontane)
Muss mal was los werden zu den Posts von Friedi. Erstmal danke, dass du dich überhaupt mit mir und meiner Problematik befasst.
Aber:
ZitatGepostet von Friedi Wenn du dir aber jetzt schon wieder Gedanken machst, dass du deine Stimmungslage durch ein Bier "verbessern" könntest, sieht’s schlecht aus.
Wie denkt man denn als abstinenter Alkoholiker sonst an Alkohol? Doch meistens ausschliesslich aus dem Grund, dass der Schluck aus der Pulle die eigene Stimmungslage verbessert. Sei es auf geistiger oder körperlicher Ebene. Und natürlich sind es diese Gedanken, die das Trockenwerden gefährden, das ist mir durchaus bewusst.
ZitatGepostet von Friedi Erst als ich das Gefühl hatte, an meinem Tiefpunkt angekommen zu sein, konnte ich aufhören, dem Alkohol irgendwelche positiven Wirkungen auf mich zuzugestehen.
Und als du dieses Gefühl des absoluten Tiefpunkt hattest und es geschafft hast, dem Alkohol keine positiven Wirkungen mehr zuzugestehen, hast du in deiner ersten trockenen Zeit automatisch diese von mir beschriebenen Gedanken nicht mehr gehabt?
Oder soll ich den Satz eher so verstehen, dass ich erst noch ne Weile weitersaufen sollte nach meiner 4-wöchigen "Trinkpause" (wie du meine abstinente Zeit sicher einstufst), weil ich ja noch nicht meinen absoluten Tiefpunkt erreicht habe und deswegen solche Gedanken auftauchen nach 4 trockenen Wochen?
Weil wenn ich mir ja "jetzt schon" solche Gedanken mache, siehts ja eh schlecht aus? Wie passt das dann zu deinem Satz:
ZitatGepostet von Friedi ich finde es auch normal, an Alkohol zu denken, besonders für einen Alkoholiker, der aufgehört hat zu trinken. Der denkt anfangs (fast) dauernd daran.
Also nimms mir nicht übel, aber so ganz werde ich aus deiner Argumentation nicht schlau. Es ist normal, anfangs (was sind eigentlich 4 Wochen - noch der Anfang?) ständig an Alkohol zu denken,andererseits aber: wenn mir dann hin und wieder solche Gedanken an den Schluck aus der Pulle aus Gründen der "Stimmungsverbesserung" durch den Kopf huschen, siehts schlecht für mich aus und man macht deiner Voraussicht nach "auf dem Weg zum absoluten Tiefpunkt" nur eine Trinkpause durch?
ZitatGepostet von Friedi In der Zeit meiner Trinkpausen, als ich schon das finstere Gefühl hatte, Alkoholikerin zu sein, dies aber nicht wahrhaben wollte, habe ich außer nicht zu trinken nichts gemacht. Mir ging es immer verhältnismäßig schnell wieder gut, ich war beruhigt und dann war auch das erste Glas nicht mehr weit.
Hier kann ich wenigstens mal was Konkretes zu schreiben. Ich weiss, dass ich Alkoholiker bin. Mir ging es für meinen Geschmack nicht "schnell wieder gut" und bin auch auf keinen Fall "beruhigt". Und ich tue für mein Dafürhalten eine Menge ausser "nicht trinken". Ich arbeite endlich wieder mit Freude und Enthusiasmus, ich habe zum ersten Mal wirklich Zeit, Dinge mit der Familie zu erleben und probiere mich grade in vielen Dingen in meiner Freizeit, die ich noch nie gemacht habe, aber durchaus spannend sind und vielleicht zu neuen Hobbys werden. Auch habe ich eine innere Ruhe wieder erlangt, die mich befähigt, mich mit meinen Baustellen was meine Suchtproblematik (und nicht nur die) betrifft, auseinanderzusetzen.
ZitatGepostet von Friedi Nur das Trinken aufzuhören, ohne zu neuen Einsichten zu kommen, erfordert so viel Beherrschung wie sie mMn auf Dauer nicht aufgebracht werden kann.
100% Agree.
Aber ich für mich finde, dass diese Einsichten nie und nimmer über Nacht kommen können. Wie du selber schreibst, war es auch bei dir ein langer Prozess, der vermutlich nie enden wird. Dieser Prozess setzt aber nunmal erst dann ein, wenn man aufhört mit dem Trinken. Und "während des Aufhörens" sind mMn solche von mir beschriebenen Gedanken auch ein Stück weit normal und ich werde mir sicherlich von niemandem einreden lassen, dass wenn ich solche Gedanken habe, es schlecht mit meinem "Prozess des Trockenwerdens" ausschaut, sondern weiter an mir arbeiten.
„Wenn über eine unangenehme Sache, endlich Gras gewachsen ist, kommt garantiert eine blöde Kuh die das Gras auffrisst.“
@zusammen, ich denke, die einsichten oder zumindest die ansätze der zukünftigen einsichten entstehen schon in der trinkzeit. würde man dort nämlich nicht zu neuen einsichten kommen, würde man gar nicht aufhören. der änderungsprozess beginnt mit den eigenen gedanken, mit der einsicht, daß man da irgendwie raus will. die gedanken und vorstellungen sind zu dem zeitpunkt noch nicht wirklich greifbar, weil man ein leben ohne alkohol oft gar nicht mehr kennt. sobald man dann aufhört zu trinken und das auch auf dauer will, wandeln sich die vorherigen gedanken und vorstellungen auch zu einem gefühl, das jetzt greifbar und erlebbar ist. ab dann kann man seine gewonnenen einsichten auch wirklich (er)leben und umsetzen.
ZitatGepostet von mihu @zusammen, ich denke, die einsichten oder zumindest die ansätze der zukünftigen einsichten entstehen schon in der trinkzeit. würde man dort nämlich nicht zu neuen einsichten kommen, würde man gar nicht aufhören. der änderungsprozess beginnt mit den eigenen gedanken, mit der einsicht, daß man da irgendwie raus will. die gedanken und vorstellungen sind zu dem zeitpunkt noch nicht wirklich greifbar, weil man ein leben ohne alkohol oft gar nicht mehr kennt. sobald man dann aufhört zu trinken und das auch auf dauer will, wandeln sich die vorherigen gedanken und vorstellungen auch zu einem gefühl, das jetzt greifbar und erlebbar ist. ab dann kann man seine gewonnenen einsichten auch wirklich (er)leben und umsetzen.
Guten Morgen, lieber Mihu.
Ich möchte Dir hier -zumindest für meinen schweren Fall *seufz* widersprechen. Meines Erachtens ist der erste und letzte und alles entscheidende Gedanke der, nicht (nie) mehr zu trinken. Und dieser wollte sich während des Trinkens nicht einstellen. Und trocken, naja. Das "nie" ist mittlerweile im Hinterkopf angekommen.
Klar machte ich mir auch während des Tinkens Gedanken, manchmal sogar schöne Gedanken. Der Alkohol wurde jedoch immer wieder relativiert. Auch normal, Ergebnis der SUCHT eben. Diese wird sich ja nicht -wenn auch nur gedanklich-die Zufuhr abschneiden.
Das, was wir ein böses Gewissen nennen, ist ja immer ein gutes Gewissen. Es ist das Gute, was sich in uns erhebt und uns bei uns selber verklagt. (Theodor Fontane)
Ich denke, es ist Zeit für einen neuen Wanderpokal. Zukünftig werden in der Kategorie "Schwafelkönig/Königin ebenfalls besonders auffallende Leistungen honoriert. Und momentan liegt einer schon gaaaanz weit vorn
ZitatGepostet von Spieler Ich denke, es ist Zeit für einen neuen Wanderpokal. Zukünftig werden in der Kategorie "Schwafelkönig/Königin ebenfalls besonders auffallende Leistungen honoriert. Und momentan liegt einer schon gaaaanz weit vorn
Was ich gewinne, das behalte ich!
Das, was wir ein böses Gewissen nennen, ist ja immer ein gutes Gewissen. Es ist das Gute, was sich in uns erhebt und uns bei uns selber verklagt. (Theodor Fontane)
@hasenherz, ich sehe das nicht als widerspruch. die ansätze deiner einsichten mit dem trinken aufhören zu wollen begannen in deiner trinkzeit. und als du nicht mehr getrunken hast, hast du deine einsichten weiter ausgebaut und dich für ein nichtmehrtrinken entschieden. und wenn es im hinterkopf angekommen ist, ist es auch erlebbar und umsetzbar. machst du ja auch gerade...und das ist gut so *gg*.
ZitatGepostet von mihu @hasenherz, ich sehe das nicht als widerspruch. die ansätze deiner einsichten mit dem trinken aufhören zu wollen begannen in deiner trinkzeit. und als du nicht mehr getrunken hast, hast du deine einsichten weiter ausgebaut und dich für ein nichtmehrtrinken entschieden. und wenn es im hinterkopf angekommen ist, ist es auch erlebbar und umsetzbar. machst du ja auch gerade...und das ist gut so *gg*.
Mihu, die ganzen Gedanken und Überlegungen hatten aber keinen Wert. Das will ich damit sagen. Ich kann da noch so tolle Vorstellungen anstellen: solange ich nicht "nein" zum Alk sage, ist jede, wirklich jede Überlegung für den Allerwertesten.
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@hasenherz, das sehe ich ganz anders. denn durch die denkarbeit während der trinkzeit werden schon grundsteine der zukünftigen einstellungen gelegt. ist bei mir zumindest immer so gewesen und wird wohl auch so bleiben.
ZitatGepostet von mihu @hasenherz, das sehe ich ganz anders. denn durch die denkarbeit während der trinkzeit werden schon grundsteine der zukünftigen einstellungen gelegt. ist bei mir zumindest immer so gewesen und wird wohl auch so bleiben.
Auf welchen Grundstein dieser Denkarbeit kann man denn aufbauen?
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